Filminfo

Erstaufführung

Roma (span. OmU)

Mexiko, USA 2018, Laufzeit: 135 Min., FSK 12
Regie: Alfonso Cuarón
Darsteller: Yalitza Aparicio, Marina de Tavira, Diego Cortina Autrey
>> www.netflix.com/de/title/80240715

Wir zeigen diesen Film:
Montag18.02OmU20:45 Uhr
Dienstag19.02OmU20:45 Uhr
Mittwoch20.02OmU20:45 Uhr

Cleo (Yalitza Aparicio) gehört dazu. Irgendwie. Denn natürlich muss das stille Hausmädchen Tee machen, wenn es gewünscht wird. Dann steht sie vom Platz neben der Couch auf, wo eines der vier Kinder des Hauses seinen Arm um sie gelegt hat. Cleo ist Familienmitglied und Dienstmädchen zugleich in dem Haus in Mexiko zu Beginn der 1970er Jahre. Sofía (Marina de Tavira) ist die Mutter der vier Kinder. Ihr Mann ist irgendwann angeblich in Kanada und aber in Wirklichkeit nur weg. Cleo wird schwanger vom rechten Kampfkünstler Fermin. Er lässt die Frau im Stich. Während eines Kinofilms. Sie wird ihn wiedersehen, während des Fronleichnam-Massakers. Femin steht auf der Seite der mordenden Machthaber.

Regisseur Alfonso Cuarón gewann für GRAVITY den Oscar. So was verschafft Freiheiten. Zum Beispiel, von der eigenen Kindheit in Mexiko kunstgerecht, in Schwarz-Weiß und mit vorwiegend unerfahrenen Schauspielern zu erzählen. Dass er in ROMA (der Titel spielt auf einen Stadtbezirk in Mexiko-Stadt an) das Hausmädchen Cleo ins Zentrum rückt, ihr in gewisser Weise huldigt, ist nur einer der bewegenden Aspekte dieses unsentimentalen Rückblicks. Cuarón erinnert auch - fast nebenbei oder besser wie selbstverständlich – an die Gewalt des Staates gegen Linke und Bürgerrechtler. Puristisch wie das Leitmotiv mit fünf Tönen und zugleich poetisch – wenn sich ein Flugzeug im Wischwasser spiegelt (und zum Schluss noch mal zu sehen ist)  – beschreibt der Regisseur die Vergangenheit, die zu 90 Prozent seine eigene Vergangenheit sei.

Den Goldenen Löwen gewann er dafür in Venedig und zwei Golden Globes (beste Regie, bester ausländischer Film). Das ist nur eine Auswahl an Ehrungen. Vermutlich werden sie dem Regisseur weniger bedeuten, als das Gefühl all den Cleos, die irgendwie still und unerkannt dazugehörten – ein außergewöhnliches Denkmal gesetzt zu haben.