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Weltkino

Drei Gesichter

Iran 2018, Laufzeit: 100 Min., FSK 12
Regie: Jafar Panahi
Darsteller: Behnaz Jafari, Jafar Panahi, Marziyeh Rezaei
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Wir zeigen diesen Film:
Freitag25.0118:00 Uhr
Samstag26.0118:00 Uhr
Montag28.0120:30 Uhr
Dienstag29.0120:30 Uhr
Mittwoch30.0120:15 Uhr

Das Mädchen Marziyeh Rezaie (als sie selbst) will Schauspielerin werden, muss aber heiraten und hat sich deshalb erhängt. So sieht es jedenfalls in dem Handyvideo aus, das der iranische Regisseur Jafar Panahi (als er selbst) erhält. Gerichtet ist es an die Schauspielerin Behnaz Jafari (als sie selbst). Der Geschichte muss nachgegangen werden. Also macht Panahi das, was er besonders gut kann: Er setzt sich in ein Taxi und dreht dabei einen Film. Neben ihm sitzt Behnaz Jafari und reist mit in die iranische Provinz. Unterwegs müssen sie laut hupen, haben mit einem Prachtbullen auf der Fahrbahn zu kämpfen, beobachten eine Frau beim Probeliegen im Grab. Weitere Seltsamkeiten tauchen auf. Panahi schaut meist freundlich, fast möchte man sagen verschmitzt.

Es gibt richtig viele witzige Szenen in Jafar Panahis neuem Nicht-Film (der Mann hat ein 20-jähriges Arbeitsverbot, weshalb es diesen Film eigentlich nicht gibt) DREI GESICHTER. Jedoch ist das treibende Moment kein bisschen komisch. Es geht um die Unterdrückung der Frau im Iran. Dass ein junges Mädchen nicht ihrem Beruf nachgehen kann, sich eine andere – hoch renommierte Schauspielerin – wegen vermeintlich anrüchiger Rollen nur hinter einem Vorhang zeigen kann, das ist nicht komisch. Welche großartigen Schauspielerinnen das Land hat, wenn sie nicht gerade heiraten müssen oder Berufsverbot haben, beweist Behnaz Jafari nicht nur als Beifahrerin. Für TAXI TEHERAN erhielt Panahi den Goldenen Bären in Berlin. DREI GESICHTER bescherte ihm den Drehbuchpreis in Cannes. Entgegennehmen durfte er den Preis selbst nicht. Sein Land verbietet ihm das Reisen (außer im Taxi). Nur seine Nichtfilme überspringen die Grenzen.