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Publikumswunsch

Die Frau des Nobelpreisträgers

Schweden, USA 2017, Laufzeit: 100 Min., FSK 6
Regie: Björn Runge
Darsteller: Glenn Close, Jonathan Pryce, Max Irons
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Wir zeigen diesen Film:
Freitag01.0218:00 Uhr
Samstag02.0218:00 Uhr
Sonntag03.0218:00 Uhr
Mittwoch06.0215:30 Uhr
Mittwoch06.0218:00 Uhr
Freitag08.0218:00 Uhr
Montag11.0218:00 Uhr
Mittwoch13.0218:00 Uhr

Der renommierte Autor Joe Castleman (Jonathan Pryce) sagt über seine Frau Joan (Glenn Close): „Sie ist die Liebe meines Lebens.“ Sie sagt selbst über sich: „Ich bin eine Königsmacherin.“ An beidem ist mehr Wahres als Schönes dran. 1992 erhält der amerikanische Schriftsteller aus Connecticut den Literaturnobelpreis. Gemeinsam reist das Paar, das so selbstverständlich die Rollen verteilt hat, nach Stockholm. Sohn David (Max Irons) will selbst Autor werden und den Moment auf dem Thron der Schreibwelt nicht verpassen. Autor Nathaniel Bone (Christian Slater) will Castleman dagegen mit einer Biographie genau von diesem Thorn stoßen. Joe und Joan lehnen seinen Interviewwunsch ab, aus gutem Grund, wie der Blick zurück zeigt. Denn einst wollte Joan (jetzt von Glenn Closes Tochter Annie Starke gespielt) selbst Autorin werden. Doch in der Männerwelt der Verlage gab es keinen Platz für eine Frau. So wurde sie zu Joes Muse. Wie es sich gehört und wie es der Außenwelt schien. 

Es besitzt eine gewisse Ironie, dass der schwedische Regisseur Björn Runge einen feministischen Film über einen Literaturnobel-Preisträger in die Kinos bringt in einer Zeit, in der das Komitee selbst noch mit dem Schatten seines #MeToo-Skandals zu kämpfen hat. Denn die Verfilmung des Romans von Meg Wolitzer DIE FRAU DES NOBELPREISTRÄGERS blickt klarsichtig und ohne Schnörkel auf die schwierige Position einer Frau in der Literaturwelt und lässt den von Jonathan Pryce gespielten Mann nicht im besten Licht erscheinen. Glenn Close spielt die Frau an seiner Seite, ohne große Worte zu machen. Ihr Mienenspiel spricht Bände: Von Wut, Frustration, scheinbarer Freude am Erfolg ihres Mannes vermag sie mit einem Blick zu erzählen. Dafür erhielt sie den Golden Globe als beste Hauptdarstellerin. Vielleicht wurde ihr dieser Preis für einen Film überreicht, in dem ihr die rechte Ehre verwehrt bleibt.