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Der Junge muss an die frische Luft

Deutschland 2018, Laufzeit: 99 Min., FSK 6
Regie: Caroline Link
Darsteller: Julius Weckauf, Luise Heyer, Sönke Möhring, Joachim Krol, Ursula Werner

Wir zeigen diesen Film:
Donnerstag17.0118:30 Uhr
Freitag18.0118:30 Uhr
Samstag19.0118:30 Uhr
Sonntag20.0118:30 Uhr
Montag21.0121:00 Uhr
Dienstag22.0121:00 Uhr
Mittwoch23.0121:00 Uhr
Donnerstag07.0221:00 Uhr
Freitag08.0221:00 Uhr
Samstag09.0216:00 Uhr
Samstag09.0221:00 Uhr
Sonntag10.0215:30 Uhr
Sonntag10.0218:30 Uhr
Montag11.0218:30 Uhr
Dienstag12.0218:30 Uhr
Mittwoch13.0216:00 Uhr
Mittwoch13.0218:30 Uhr
Freitag15.0218:30 Uhr
Samstag16.0216:00 Uhr
Samstag16.0218:30 Uhr
Sonntag17.0215:30 Uhr
Sonntag17.0218:30 Uhr
Montag18.0218:30 Uhr
Dienstag19.0218:30 Uhr
Mittwoch20.0216:00 Uhr
Mittwoch20.0218:30 Uhr

Der Jung‘ hat Talent. Das Wort Comedy kennt der kleine Hape (Julius Weckauf) keineswegs. Englisch kommt erst später in der Schule dran und im Recklinghausen Ende der 1960er haben so seltsame Worte im Ruhrgebiet ohnehin nichts verloren. Komisch kommt der junge Mann mit leichtem Hang zum Übergewicht den Menschen um ihn herum aber durchaus. Den Tante-Emma-Laden seiner Oma Änne (Hedi Kriegesgott) verwandelt er in eine Showbühne, die heimische Küche eignet sich ebenfalls als Auftrittsort. Seine Mutter (Luise Heyer) sitzt darin und braucht dringend jedes Lachen und Lächeln. Sie leidet nach einer missglückten Operation unter Depressionen. Sein Vater Heinz (Sönke Möhring) ist überfordert. Der kleine Hape hofft derweil, dass Lachen gesund macht. Wie schlecht es der Mutter aber geht, das ahnt er nicht. Wie auch, wenn der junge Mann mit dem großen Talent fürs Komische in Wirklichkeit noch ein Kind ist.

Oscarpreisträgerin Charlotte Link (NIRGENDWO IN AFRIKA) wagte sich aufs Drahtseil. Die Lebenserinnerungen von Hape Kerkeling, DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT,haben erzählerische Untiefen. Der Bestseller kommt im Tonfall zunächst leicht und locker daher. Dann aber arbeitet der Showmaster, der 1964 in Recklinghausen zur Welt kam, in einem bewegenden Kapitel den Selbstmord der Mutter auf. Vielleicht mehr für sich als für sein Publikum. Kerkeling sagte es einmal so: „Ich bin die Trümmer des Krieges, der in meiner Mutter wütete.“ Wie der Junge aus den Ruinen auferstand, sich dem Leben zuwandte, auch davon erzählen Film und Buch.

Joachim Król, Maren Kroymann oder Sönke Möhring sind als Stars mit an Bord. Im Zentrum aber – wie kann es anders sein – steht der neunjährige Julius Weckauf aus Jüchen. Mit Charme, der notwendigen Portion Altklugheit und jeder Menge Showtalent spielt der Debütant ein Kind, das die Welt zur Bühne macht. Duisburg gehörte übrigens zu den Drehorten des Films. Der Recklinghäuser-Rosenmontagszug rollte beispielsweise durch die Wanheimerorter Eschenstraße.