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Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand

Irland, Kanada 2017, Laufzeit: 104 Min., FSK 6
Regie: Bharat Nalluri
Darsteller: Dan Stevens, Christopher Plummer, Jonathan Pryce
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Mittwoch19.1216:00 Uhr

Berühmte erste Sätze: „Marley war tot, damit wollen wir beginnen.“ Charles Dickens wunderbar zeitlose Weihnachtsgeschichte nimmt so ihren Anfang. Wie aber fand Dickens zum ersten Satz und den vielen, die sein „Christmas Carol“ zu einer viel zitierten Hymne an den Geist der Weihnacht macht? Da kommt nun Regisseur Bharat Nalluri ins Spiel. Der gebürtige Inder erzählt mit einem eigenen Weihnachtsmärchen nach, wie der Brite Dickens zu seiner Idee und der Ausführung kam. Ja, da ist viel Wahres (und Biographisches) dran, dennoch ist CHARLES DICKENS: DER MANN, DER WEIHNACHTEN ERFAND kein klassisches Bio-Pic. In der Regel kommen nämlich in einem Lebensbericht über einen Bestseller-Autor keine Roman-Figuren vor, die sich in dessen Wohnzimmer materialisieren. Nalluri hat damit kein Problem und der Zuschauer auch nicht, zumal Ebenezer Scrooge, der Geizhals, dem Dickens die Geister aufhalst, von dem 88-jährigen Oscarpreisträger Christopher Plummer sehr gut gelaunt gespielt wird. Nicht Scrooge ist gut gelaunt. Dafür Plummer.

Jedenfalls hilft er dem armen Dickens (Dan Stevens in Festtagsform) auf die Sprünge. Weil der Autor gerade drei Flops eingefahren hat, weil das Geld knapp wird, die Beziehung zum Vater nicht unproblematisch und von der Weihnachtsgeschichte nicht viel mehr zu Papier gebracht ist, als ein paar Ideen. Die biographische Eskapade gönnt sich die viktorianischen Dekors und spielt mit den Worten wie „Humbug“, die jeder aus der Geschichte kennt. Nalluri lässt die Zügel freilich nicht völlig schleifen. Ernste und melancholische Zwischentöne klingen an. Denn auch die gehören zum Geist der Weihnacht.