Filminfo

Weltkino

Nanouk

Bulgarien, Deutschland, Frankreich 2018, Laufzeit: 97 Min., FSK 6
Regie: Milko Lazarov
Darsteller: Mikhail Aprosimov, Feodosia Ivanova, Galina Tikhonova
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Wir zeigen diesen Film:
Donnerstag25.1020:30 Uhr
Freitag26.1018:00 Uhr
Samstag27.1015:30 Uhr
Sonntag28.1018:00 Uhr
Montag29.1020:30 Uhr
Dienstag30.1018:00 Uhr
Mittwoch31.1015:30 Uhr

Das Weiß scheint unendlich. Die Weite des arktischen Jakutiens füllen Rentier-Hirte Nanouk (Mikhail Aprosimov) und seine Frau Sedna (Feodosia Ivanova). Er zieht aus, die Nahrung zu fangen. Der alte Mann, in Fellen gekleidet, bohrt mit Langmut ein Loch ins Eis. Sedna hütet das Haus, hält es warm, füllt es mit ihrem Wissen um die Mythen. Doch die alten Gewissheiten schwinden. Die Winter werden immer kürzer. Die Rentierherden ziehen schon lange nicht mehr vorüber. Dann aber entdeckt Nanouk ein Ren weit entfernt am Horizont. Kann das wahr sein? In jedem Fall ist die Erscheinung ein Zeichen. Als der junge Chena (Sergei Egorov) zu ihnen kommt und Feuerholz bringt, da entfacht er auch die Sehnsucht nach ihrer Tochter Ága (Galina Tikhonova) neu. Nanouk möchte sie noch einmal wiedersehen und wagt sich in eine fremde Welt vor.

Auf der Berlinale lief NANOUK vom bulgarischen Regisseurs Milko Lazarov außer Konkurrenz. Aus gutem Grund. Das Naturschauspiel lässt sich nur schwer mit herkömmlichem Kino vergleichen. Allein die Bilder von Eis, Schnee, vom Strahlen der Sonne, von den beiden Einsiedlern sind einzigartig. Sie sind atemberaubend, in jeder Hinsicht. Lazarov verstärkt den Eindruck, in dem er Ecken der Aufnahmen abgerundet hat und damit die Szenen fast schon aus der Realität reißt. Denn NANOUK ist gewiss naturalistisch, zum Beispiel wenn das Paar seine Jurte gegen einen Sturm verteidigt. In gleichem Maße aber spielen Omen und Mythen eine Rolle. Die Natur kommuniziert in Zeichensprache. Lazarov überlässt es dem Zuschauer, sie zu deuten.