Filminfo

Erstaufführung

Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm

Deutschland 2018, Laufzeit: 130 Min., FSK 6
Regie: Joachim Lang
Darsteller: Lars Eidinger, Tobias Moretti, Hannah Herzsprung
>> www.wildbunch-germany.de/movie/brechts-dreigroschen-film

Wir zeigen diesen Film:
Donnerstag20.0920:30 Uhr
Freitag21.0920:30 Uhr
Samstag22.0920:30 Uhr
Sonntag23.0920:30 Uhr
Dienstag25.0918:00 Uhr
Mittwoch26.0918:00 Uhr
Donnerstag11.1018:00 Uhr
Samstag13.1018:30 Uhr
Montag15.1021:00 Uhr
Mittwoch17.1021:00 Uhr

Bertold Brecht (Lars Eidinger) sitzt auf dem Beifahrersitz eines Wagens und sagt: „Wer die Handlung nicht gleich begreift, braucht sich nicht den Kopf zu zerbrechen. Sie ist unverständlich.“ Dann schaut er direkt von der Leinwand in den Saal und fügt hinzu: „Wenn Sie nur etwas sehen wollen, was einen Sinn macht, dann müssen Sie auf das Pissoir gehen.“ Die Dialogzeile – übrigens ein Originalzitat, wie alle gewichtigen Worte von Brecht in MACKIE MESSER – BRECHTS DREIGROSCHENFILM – springt aus der Handlung. Regisseur Joachim Langs nimmt seinen Autor ernst. Biopic, Musical (mit allen Hits aus dem Original), Farce, Geschichtsbericht (mit aktuellen Bezügen?). Sein Film ist das alles und auch wieder nicht. Stringenz? Wer fragt nach so was! Wenn mal mehr als ein Mond ein Liebespaar im Boot erleuchtet? Sieht doch gut aus! Findet die Produktionsfirma jedoch nicht. Doch was versteht die schon von Filmen?

Und eben darum geht es auf so virtuos versponnene Weise. Am 31. August 1928 – mithin vor fast genau 90 Jahren – feierte Brechts „Dreigroschenoper“ im Berliner Schiffbauerdamm Premiere. Alles Toben während der vermurksten Generalprobe ist vergessen. Macheath (Tobias Moretti) seine Geliebte Polly (Hannah Herzsprung) und der Bettlerkönig Peachum (Joachim Król) brillieren auf der Bühne. Kurzerhand entsteht die Idee, einen Film daraus zu machen. Und zwar in London. Komponist Kurt Weill (Robert Stadlober) ist mit von der Partie. Doch die Produktionsfirma hält nichts von Brechts filmischen Abgedrehtheiten. Man sieht sich vor Gericht wieder.

Authentisch ist, dass der Streit um die Verfilmung des weltberühmten Stoffs die Justiz beschäftigte. Brecht sah das Verfahren als Experiment an. Regisseur Joachim Lang muss es wissen. Er hat sich viele Jahre mit Leben und Werk des Autors befasst. Gerade deshalb lag ihm wohl wenig an einer linearen Aufarbeitung. Vielmehr bat er das SWR-Sinfonieorchester, die Opernsongs einzuspielen und den Stuttgarter Ballettmeister Eric Gauthier, die grandiosen Choreographien zu inszenieren. Im Zusammenspiel entstand ein Film über einen Film, der nie entstanden ist.