Filminfo

Erstaufführung

Wohne lieber ungewöhnlich

Frankreich 2016, Laufzeit: 95 Min., FSK 0
Regie: Gabriel Julien-Laferrière
Darsteller: Julie Gayet, Thierry Neuvic, Julie Depardieu
>> www.wohne-lieber-ungewoehnlich.de

Wir zeigen diesen Film:
Montag21.0518:30 Uhr
Dienstag22.0518:30 Uhr
Mittwoch23.0516:00 Uhr
Mittwoch23.0518:30 Uhr

Von Familienstammbaum kann keine Rede sein. Beziehungsgestrüpp trifft es besser. Bastien (Teïlo Azaïs) hat fünf Halbschwestern oder Halbbrüder. Mindestens acht  vermeintlich Erwachsene sind irgendwie verwandt und damit erziehungsberechtigt. Bastiens Mutter Sophie (Julie Gayet) und ihr derzeitiger Mann Hugo (Lucien Jean-Baptiste) gehören auch dazu. Es zählen übrigens noch mehr Kinder im Bäumchen-Wechsel-Dich-Dickicht. Aber das führt nun wirklich zu weit. Und genau darum geht es Bastien und seinen Geschwistern. Das Hin- und Her zwischen all den Eltern geht ihnen zu weit. Kurzerhand mieten sie eine eigene Wohnung und drehen den Spieß um. Fortan gehen nicht mehr die Kinder auf Elterntournee. Stattdessen müssen die Erwachsenen regelmäßig bei den Kindern vorbeischauen und nach Stundenplan vor Ort erziehen. Gabriel Julien-Laferrières Komödie WOHNE LIEBER UNGEWÖHNLICH tollt ausgelassen auf dem Flickenteppich, der sich irgendwie zu einer Familie zusammensetzt. Den Rollentausch - die wechselnden Eltern kommen zu den Kindern - vollzieht der Lustfilm auch perspektivisch mit. Fast scheinen die Mädchen und Jungen erwachsener als ihre Mütter und Väter. Aus dem Blick der vom Wechselwahn genervten Kinder schaut der Regisseur auf diese Kinder-Kommune. Ohne Frage, es geht burlesk nach vorn. Doch es wird auch der Ethnologe Claude Lévi-Strauss zitiert: „Die bürgerliche Familie ist die Keimzelle einer modernen Gesellschaft.“