Filminfo

Erstaufführung

Der Stern von Indien

Großbritannien, Indien 2017, Laufzeit: 107 Min., FSK 6
Regie: Gurinder Chadha
Darsteller: Hugh Bonneville, Gillian Anderson, Manish Dayal
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Wir zeigen diesen Film:
Montag21.0818:30 Uhr
Dienstag22.0818:30 Uhr
Mittwoch23.0818:30 Uhr

Die Kamera schwelgt in Schönheit. Die strahlend weiße Uniform des Lord Mountbatten (Hugh Bonneville), der malerische Palast, die exotischen Uniformen der Bediensteten. Noch einmal leuchtet Indien im kolonialen Glanz auf. Der letzte Vizekönig gibt sich britisch und beweist trockenen Humor. Seine Frau Edwina (Gillian Anderson) merkt mit Sinn für die Pointe an: Man sei gekommen, um dem Land die Unabhängigkeit zu geben. Das sollte man mal lieber nicht verpatzen. Schnell aber zeigen sich die Risse. Mountbatten gerät in ein Ränke- und Intrigenspiel: Während  Nehru (Tanveer Ghani) ebenso wie Mahatma Gandhi (Neeraj Kabi) ein einiges Indien wollen, strebt Mohammed Ali Jinnah (Denzil Smith) nach der Unabhängigkeit für die Moslems im Land. Winston Churchill treibt sein Machtspiel um den Zugang zum Öl. Ein Bürgerkrieg droht, der Vizekönig muss Verantwortung übernehmen. 

Die britisch-bengalische Regisseurin Gurinder Chadha (Kick it like Beckham) blickt zurück auf das Jahr 1947, in dem Indien und Pakistan ihre Unabhängigkeit gewannen und ihren Frieden verloren. In glanzvollen und dabei gekonnt trügerischen Bildern arbeitet sie in dem Drama STERN VON INDIEN Geschichte auf. In das politische Ränkespiel, das sich so abgespielt hat, webt sie die (fast) unmögliche Liebesgeschichte zwischen dem Hindu Jeet (Manish Dayal) und der Muslima Aalia (Huma Qureshi) ein. Denn am Ende geht es immer um Menschen, zu denen auch der zunehmend frustrierte Lord Mountbatten gehört. Hugh Bonneville, der Lord aus Downton Abbey, spielt ihn mit Stil, ganz Engländer und ganz Mensch. Gurinder Chadha wählt das ganz große Format, mischt ein bisschen Bollywood ein. Der Glanz der Bilder steht im Kontrast zum schmierigen politischen Geschacher.